Geburtsbericht von

Franziska G.

Was  lange  währt…
Vor einem guten halben Jahr, am 25.8.2019 um 5.25 Uhr kam unser kleiner Goldfisch J. mit 3395g und 53cm auf die Welt.
Endlich habe ich es geschafft, unseren Geburtsbericht fertig zu schreiben. Wir durften eine ganz wundervolle Geburt erleben, wofür ich dir, liebe Kristin unendlich dankbar bin. Könnte ich die Zeit zurück drehen, würde ich es tun und mein Kind nochmal zur Welt bringen. Hätte mir das vorher jemand erzählt… ich hätte es ihm niemals geglaubt. 😀
Ich freue mich, dieses besondere Erlebnis nun mit euch teilen zu können und würde mich ebenso freuen, wenn es euch in euren guten Gedanken ein wenig bestärken kann.
Herzliche Grüße
Franzi <3

Geburtsbericht Johann
24.8.2019

Es ist etwa 19.30 Uhr. Wir, mein Mann und ich, legen unsere 3-jährige Tochter Mathilda schlafen. Ich liege neben ihr und spüre ab und zu ein leichtes Ziehen in Bauch und Rücken.
20.00 Uhr. Ich habe das Gefühl, eine Regelmäßigkeit zu erkennen. Vielleicht irre ich mich auch. Sind sicher nur Übungswellen.
20.50 Uhr. Vermutlich doch keine Einbildung. Ich beginne damit, die „Übungswellen“ in meine „Wehenzähler-App“ einzutragen.
Es ist mir noch nicht bewusst, doch unsere wunderbare Reise hat bereits begonnen. (…)
Es ist 22.00 Uhr. Die „Übungswellen“ kommen nun in einem Abstand von etwa 5-6 Minuten. Nur um sicher zu gehen, dass jemand bei Mathilda ist, sollte es wirklich losgehen, rufen wir meinen Papa an. Bis zu uns braucht er etwa 1,5h mit dem Auto.
Ich warte auf das „Autsch“, da sich die Wellen noch immer wie Übungswellen anfühlen. Doch vergebens.
Es ist etwa 23.30 Uhr, als mein Papa und meine Schwester bei uns ankommen.
Schlagartig verkürzen sich die Abstände zwischen den Wellen auf etwa 2-3 Minuten.
Ich kann nun während der Wellen nicht mehr laufen. Ein starkes Körpergefühl (ohne Autsch!!!) lässt mich in jeder Welle bewegungslos werden und in mich gehen.
Obwohl ich noch nicht „bewusst“ in die Hypnose gegangen bin, habe ich das Gefühl, während der Wellen bereits in mich hinab zu sinken. Mein Papa erklärt mir unterdessen begeistert sein neues Rezept für Blumenkohlschnitzel – leider umsonst. Ich höre nichts mehr, werde ganz ruhig und fühle mich entspannt und voller Liebe. Meine Schwester fragt mich, ob man sich Wehen etwa so vorstellen müsse wie Regelschmerzen nur viel viel schlimmer.
Ehrlich gesagt, waren meine Periodenschmerzen viel heftiger als die bisherigen Wellen.
Wir rufen meine Mama an, die gerade auf Nachtschicht ist und informieren sie darüber, dass ihr Enkelsohn möglicherweise unterwegs ist. Ich erzähle ihr, dass meine Wehen jetzt etwa alle 2-3 Minuten kommen, ich aber keine Schmerzen habe.
Meine Mama, ganz aufgeregt: „Ähm, fahrt ihr mal bitte ins Krankenhaus?!!“
Gesagt, getan. Wir rufen im Kreißsaal an, schildern die Situation und los geht’s. Da es sich nun höchstwahrscheinlich doch nicht um Übungswellen handelt, beginne ich auf dem Weg ins Krankenhaus mit der Geburtshypnose. Aufgrund der holprigen Straßen fällt mir dies zunächst recht schwer, doch es gelingt mir schließlich.
Es ist etwa 0.15 Uhr, als wir am Krankenhaus ankommen. Ich steige aus dem Auto aus und höre eine Frau heftig schreien – ich habe sie bereits über‘s Telefon hören können. Für einen kurzen Augenblick bekomme ich Angst – erinnere mich an die Geburt meiner Tochter zurück. Doch ich weiß, es ist jetzt soweit und ich kann das schaffen. Ich zähle mich schnell wieder herunter, was mir auch sofort gelingt und finde zurück zu Entspannung, Liebe und Freude.

Im Kreißsaal angekommen, werden wir von einer sehr lieben Hebamme empfangen. Sie fragt mich nach meinem Empfinden. Ich schildere ihr den derzeitigen Stand und erkläre ihr, dass ich eine nette Stimme auf dem Ohr habe, die mich durch die Wellen begleitet und mir gut zuredet.
(Es ertönen abermals Schreie.) „Ach, sehr gut.“, freut sich die Hebamme (sie ist in dieser Nacht alleine im Kreißsaal), „Dann lass ich euch etwas mehr in Ruhe, dass ihr eure Sache machen könnt.“ Nachdem sie uns in unseren Kreißsaal gebracht hat, gibt sie uns einen Moment Zeit, um in Ruhe anzukommen. Ich frage mich, ob sie uns nochmal nach Hause schicken werden. (Bei meiner großen Tochter hatte ich nach 12h einen Befund von etwa 2-3cm, nach 28h waren es „stolze“ 5cm.)
Ich stehe vor dem Entbindungsbett, will es mir gerade gemütlich machen und da passiert es: Flatsch. Grünes Fruchtwasser verteilt sich über meine Schuhe und den Boden. Ich fordere meinen Mann auf, die Hebamme darüber zu informieren. Zu meiner Überraschung bin ich weiterhin total entspannt und auch das grüne Fruchtwasser kann mich nicht aus der Ruhe bringen, denn ich weiß, dass wir hier sicher sind und ich meinem Baby am besten helfe, indem ich ihm Ruhe schenke.
Nun wird uns wohl keiner mehr nach Hause schicken, denke ich bei mir.
Kurz darauf kommt mein Mann gemeinsam mit einer freundlichen jungen Ärztin wieder.
Sie wischt mir das Fruchtwasser von Beinen und Füßen und legt mir ein kabelloses CTG an. Anschließend erklärt sie mir, dass sie aufgrund des grünen Fruchtwassers nun ein Dauer-CTG schreiben werden. Wie sich schnell herausstellt, ist bei unserem kleinen Goldfisch alles in bester Ordnung. Die Herztöne meines Babys zu hören, entspannt mich zusätzlich und auch körperlich fühle ich mich durch den Wehenschreiber nicht in meiner Ruhe gestört.
Aufgrund des grünen Fruchtwassers wird die (ebenfalls sehr herzliche) Bereitschaftshebamme hinzugeholt, welche uns von nun an betreut.
Während ich mich wunderbar fühle, obwohl das Körpergefühl immer stärker und die Wellen immer größer werden, bespricht mein Mann mit der Hebamme leise die abzugebenden Unterlagen für die Geburtsurkunde unseres Babys. Ich bekomme dies unterschwellig mit. Meine Vorfreude und Liebe werden nun noch größer und stärker und schöner.
Ich bin begeistert, fühle mich entspannt, kraftvoll und voller Freude und Dankbarkeit. Nebenan höre ich wieder die Frau in den höchsten Tönen schreien. Immer lauter und lauter.
Ich spüre, dass es mir nun langsam schwerer fällt, selbst entspannt zu bleiben.
Doch es gelingt mir weiterhin.
Als die Frau im Nebenzimmer schließlich um Hilfe schreit, werde ich wie schlagartig aus meiner tiefen Entspannung herausgerissen. Ich versuche, in meine Ruhe zurück zu finden, doch die nun spürbaren Schmerzen (lange nicht so stark wie bei der Geburt meiner Tochter aber trotzdem deutlich spürbar) hindern mich daran. Immer wieder setzt mir mein Mann Anker, welche mir super helfen, jedoch immer nur für einen kurzen Moment. Ich probiere es noch eine Weile und beschließe dann für mich, dass ich mein Kind auf keinen Fall so bekommen möchte wie die Frau im Nachbarzimmer. Mein Kind soll in Ruhe und Liebe und ohne Angst geboren werden.
Plan B tritt in Kraft.  Eine  PDA.
Gesagt,  getan.
Etwa eine Stunde später (es ist nun etwa 3.00 Uhr; der Muttermund ist bei 7cm) hilft mir die PDA dabei, mich wieder ganz bewusst auf die drei Säulen konzentrieren zu können, worüber ich sehr dankbar bin. Mein Mann setzt mir weiterhin fleißig Anker, die sehr gut tun und mir eine große Stütze sind. Die Bereitschaftshebamme verabschiedet sich von uns. Wir werden nun wieder von der Hebamme betreut, welche uns im Kreißsaal empfangen hat.
Um ungefähr 4.45 Uhr tastet diese meinen Muttermund erneut. Dann sagt sie die zwei magischen Worte: Muttermund vollständig!
Ich kann es kaum fassen. So schnell! Das hätte ich nie für möglich gehalten, nachdem ich bei meiner Tochter ganze 28h auf diesen Moment hingearbeitet habe.
Erste Tränen der Freude laufen mir über die Wangen. Ich weiß, dass ich mein kleines Fischlein nun bald in den Armen halten werde. Der große Moment des ersten Kennenlernens ist nicht mehr weit.
Freude, Liebe und Dankbarkeit überrollen mich förmlich, so gewaltig groß sind diese Gefühle auf einmal.
Ich gehe zurück in die Entspannung und bin ganz bei mir. In jeder Welle spüre ich, wie mein Kind ein Stückchen weiter in unsere Welt rutscht.
Es  ist  soweit.
Ich fühle, dass sich unser Baby nun auf den letzten Zentimetern befindet und verspüre einen leichten Pressdrang. Daher bitte ich die Hebamme, mich nochmals zu untersuchen. Ein kurzer Blick.
„Ach, da  kommt  er  schon!“,  sagt sie.
Es  ist  soweit!
Mein  Mann  und  ich  schauen uns ergriffen in die Augen.
Die Hebamme informiert die Ärztin mit den Worten: „Hallo Ayla, würdest du mal ganz entspannt nach oben zu unserer entspannten Geburt kommen?“
Ich begebe mich nun noch einmal ganz tief in mich hinein und konzentriere mich auf Kristins Worte.
„Sie dürfen leicht mit pressen.“,  sagt die Hebamme.
Die Ärztin kommt dazu, schaut mich fragend an, schaut auf‘s CTG und sagt dann: „Warum sind Sie so entspannt? Und warum ist Ihr Kind so entspannt? Das Köpfchen schneidet gerade ein…“
Die  Fragezeichen stehen ihr förmlich ins Gesicht geschrieben.
Ich antworte ihr nicht, höre stattdessen genau auf Kristins Stimme, die mir sagt:
„Atme  in die Dehnung.“
Dehnung, sage ich gedanklich immer wieder zu mir, denn ich spüre, dass mein Damm dem Druck nicht ganz standhält. Das Wort „Dehnung“ lenkt meine Aufmerksamkeit weg von diesem Gefühl und lässt mich entspannen.
Die nächste Welle kommt. Ich darf wieder mitschieben und kann mein Gefühl kaum in Worte fassen. Etwas so kraftvolles und selbstbestimmtes habe ich noch nie zuvor erlebt. Zu fühlen, wie man aus eigener Kraft seinem Kind den Weg ins Leben bereitet, ist einfach unbeschreiblich.
Ich bin wie gefangen in diesem wunderbaren Moment und genieße ihn. Es ist, als ob die Zeit für einen Augenblick still steht. Mein Mann ist an meiner Seite und ist ebenfalls ganz ruhig und liebevoll mit mir. Wir erleben diese friedliche Geburt miteinander und sind dafür beide sehr dankbar.
Es ist jetzt 5.25 Uhr. Die nächste Welle kommt. Noch einmal kurz mitschieben und da ist er.
Wir  sind überwältigt.
„Möchten  Sie  ihn  selbst hochnehmen?“,  fragt mich die Ärztin.
Das  hatte ich mir so sehr gewünscht.
„Ja, sehr gerne!“, sage ich. Vorsichtig nehme ich das kleine nackte Bündel und lege es mir auf den Bauch. Dann schließe ich meinen kleinen Johann fest in die Arme.
Ein tiefer Blick. Eine erste Umarmung. Der Beginn einer niemals endenden Liebe.
Das  ist  Glückseligkeit! 🌈
Dass Geburt mit so viel Ruhe und Geborgenheit einhergehen kann, hätte ich mir in meinen schönsten Träumen nicht erdenken können.

Und für dieses Erlebnis bin ich dir unendlich dankbar, liebe Kristin!💐 

 

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